Über mich

Warum?

Die Frage, die ich mir zunehmend stelle und mich somit komplett in die Generation Y einfüge. Sicher auch wegen meines Alters, bei dem dieses Jahr erstmalig die drei davorsteht. Noch bevor ich wusste, dass ich der Generation Y zugehörig bin, spürte ich es. Dieses Warum!

Doch von vorne…

Mein Name ist Nadine, ich werde dieses Jahr 30 und mein Leben lief und läuft in gewissem Maße klassisch vor sich hin. So, wie die gesellschaftlichen Wertevorstellungen nun mal eben sind. Tolles Elternhaus, gute Noten, daher Abitur gemacht. Ganz gut abgeschlossen, daher studiert. Was sollte man auch sonst tun, dazu war das Abitur ja schließlich da. Gefiel auch der Oma gut, die hatte eh nie einen anderen Weg vorgesehen. Schließlich musste man zeigen, was man drauf hat und es karriere- und geldmäßig ganz nach oben schaffen.

Studium im Gesundheitsbereich begonnen (ok, ein bisschen in die Richtung ging es wohl dann doch schon immer) und auch erfolgreich abgeschlossen. Doch schon während dieser Zeit, mit Anfang 20, kamen die ersten Zweifel auf. Zweifel an der Tiefgründigkeit, der Sinnhaftigkeit der Inhalte.

Und so, wie man sich das während der Schul- und Studienzeit vorgestellt und auch immer wieder gesagt bekommen hat, kam es dann doch nicht. Die Auffassung, man müsse nur hart genug an etwas arbeiten, um viel zu erreichen, ging nicht auf. Soll heißen, der sicher geglaubte und gut bezahlte Job blieb aus. Stattdessen, und um irgendwann trotzdem einmal Geld zu verdienen und den Eltern nicht länger auf der Tasche zu liegen, nahm ich dann einen Job an, der im Grunde nichts mit meiner Ausbildung zu tun hatte und bei weitem nicht das einbrachte, was sich meine Oma so vorstellte.  Um kein falsches Bild aufkommen zu lassen: Natürlich habe ich gearbeitet während der Semesterferien, am Fließband im Schichtsystem. Einer Tätigkeit vor der ich höchsten Respekt habe, da ich sie als extrem lebensfremd empfinde, aber dazu vielleicht später mehr. Und auch meine Oma liebe ich sehr. Allerdings habe ich früher nie hinterfragt, warum ich Dinge tue. Es war eben einfach so, weil es erwartet wurde – von wem auch immer.

Nach fast vier Jahren im Jobleben und immer irgendwie unzufrieden, machte ich mich auf die Suche nach dem Job, der mir mehr gesellschaftliche Anerkennung bringt. Nur so, dachte ich, werde auch ich zufrieden und glücklich sein.

Gesagt, getan. Der Job war gefunden, das Vorstellungsgespräch gemeistert und so hatte ich endlich die Stelle, die zu mir passte. Zumindest für die nächsten 6 Monate. Statistisch liege ich damit also wieder einmal völlig im unzufriedenen Durchschnitt.

Doch so konnte es nicht weitergehen. Gab es denn nur keinen Job, der mich mit Sinn erfüllte?

Ich wollte es selbst in die Hand nehmen und mir endlich etwas aufbauen, wofür mein Herz schlägt. Nämlich für Tiere. Schon zu Studienzeiten beschäftigte ich mich mit tiergestützten Maßnahmen, weshalb ich mir drei Ziegen (vor dem Schlachter gerettet) holte und sie trainieren wollte, um irgendwann einmal Maßnahmen in Kindergärten oder Altenheimen durchführen zu können. Doch auch dieser Plan ging nicht auf. Ich musste wieder einmal feststellen, dass es unmöglich war, neben meiner Vollzeittätigkeit noch eine sinnvolle Nebentätigkeit aufzubauen. Doch warum warf ich nicht einfach alles hin und widmete mich voll meinen Tieren? Ja, da war sie wieder – die Angst. Die Angst, das BaFöG nicht zurückzahlen und den Lebensunterhalt nicht bestreiten zu können. Also was tut man, wenn man Angst hat? Einfach da verharren, wo man ist. In dieser Position vergingen nun weitere Jahre, bis dieses Jahr die erste mächtige Zahl kommt – 30!

Völlig irrational und sicher auch wieder gesellschaftlichen Wertevorstellungen unterworfen blicke ich auf das bisher Erreichte zurück und ziehe Resümee.

  • Kein befriedigender Job (dafür noch einige Kreditschulden)
  • Partner: ja, mit dem ist natürlich auch wieder keiner zufrieden
  • Keine Kinder
  • Kein eigenes Haus (noch nicht mal eine Wohnung *lol*)

Ich begann mich zu fragen, warum zur Hölle mir wichtig ist, was andere denken. Warum geht es in dieser Welt nur noch um Geld, um Höher, Weiter, Schneller, Konsum, Macht, Mehr? Nach mir die Sintflut? Hauen und Stechen?

Ich bin zu dem Schluss gekommen, jetzt endlich etwas zu ändern. So kann es nicht weitergehen und das war die Geburtsstunde dieses Blogs. Natürlich gibt es schon zahlreiche geniale Blogs zu den Themen „Ausstieg“, „Sinn“, „Veränderung“ oder „Motivation“. Ich möchte es trotzdem wagen und hauptsächlich mit der Kategorie „Stimmen“ auch andere Menschen zu Wort kommen lassen. Ein kleines Portfolio von tollen Menschen erstellen und die zu Wort kommen lassen, die es sonst nicht können oder wollen. Außerdem strebe ich in naher Zukunft ein möglichst autarkes Leben auf einem Bauernhof/Gnadenhof an, weshalb ich mich ebenfalls mit Themen beschäftigen möchte, die weg von dem üblichen gesellschaftlichen Verständnis von „normalem Leben“ gehen. Ich freue mich über jeden Leser, dem es ähnlich geht wie mir, der die Veränderung vielleicht schon geschafft hat oder es wagen will. Seid gespannt wie es weitergeht 😉