Borreliose Teil 3 – Darmsanierung: Sinn oder Unsinn?

An dieser Frage scheiden sich momentan viele Geister. Entweder man ist dafür oder dagegen.  Ob Sinn oder Unsinn muss letztendlich jeder für sich selbst entscheiden. Ich möchte in dem letzten Teil der Borreliosereihe von meinen Erfahrungen berichten, um dem ein oder anderen Entscheidungshilfen an die Hand zu geben. Aber eines sei vorab gesagt: Bevor ein vorschnelles Urteil gefällt wird, zumindest den Gedanken mal zulassen und weiterführen.

Warum empfehle ich das?

Weil auch ich bis jetzt dachte, so etwas nicht zu benötigen und mich gesund zu ernähren. Im Rahmen meiner Recherchen zum Aufbau meiner Gesundheit las ich immer wieder, wie wichtig ein gesunder Darm sei. Zum Frühstück gibt es selbstgemachtes und somit zuckerfreies Müsli, mittags oft Suppen oder Gemüse mit Reis und zum Abendessen eine Brotzeit. Okay, Obst und Gemüse kommen zu kurz, vielleicht auch das Trinken tagsüber. Meist ist man ja sowieso gestresst und vergisst das.

Aber was soll’s?

Die paar kleinen Fehler und vielleicht auch mal das Stück Kuchen zwischendurch…

…ja, und der Kaffee

…vielleicht auch der zweite und dritte

…möglicherweise der Schokoriegel während einer Heißhungerattacke

…okay, abends manchmal noch das Radler oder Bier

…und wenn’s schnell gehen muss – ich gebe es zu – auch mal ein Instantgericht.

 

Na ja, genau genommen und umso mehr ich über die ganze Sache mit der Ernährung nachdachte, belog ich mich wohl selbst. Also recherchierte ich weiter und stieß auf eine Homepage, die mittlerweile bei vielen Punkte zu einer meiner Lieblingsseiten geworden ist (siehe Ende des Artikels).

Voll motiviert bestellte ich also alle nötigen Utensilien. Umso weiter ich allerdings in die Tiefe ging, desto verwirrter war ich.

Was galt es noch zu beachten? Fehlten mir noch andere Nährstoffe? Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) kommt in einer Studie zu dem Ergebnis, dass Deutschland kein Vitaminmangelland sei und Nahrungsergänzungsmittel somit nur in bestimmten Situationen (Kinderwunsch, Schwangerschaft,…) nötig.

Was stimmt nun also? Wem sollte man glauben, wenn jeder etwas Anderes schreibt?

Ich wollte das jetzt genau wissen und suchte mir einen Heilpraktiker meines Vertrauens. Und das meine ich wörtlich! Ich habe mir drei Heilpraktiker im Ersttermin angeschaut und für mich beschlossen, dass die ersten beiden ehr in die Kategorie „schwarze Schafe“ fallen. Kurzum: Ich stehe Heilpraktikern und der Naturheilkunde sehr positiv gegenüber. Es gibt in jeder Branche Menschen, die das Bild derer beschädigen – ob es Ärzte, Heilpraktiker oder Versicherungsvertreter sind. Auch hier empfehle ich jedem abzuwägen und die Empathie/Sympathie oder das Bauchgefühl entscheiden zu lassen.

Mein Heilpraktiker führte also allerlei Tests (Blut-, Kot-, Urintests) durch, um spezielle Werte zu ermitteln, die man beim Hausarzt wohl nur unter äußersten Umständen und sowieso auch nur kostenpflichtig erhält.

Lange Rede, kurzer Sinn: Es stellten sich eklatante Mängel im Bereich Vitamin D (hat wohl fast jeder Nordeuropäer), Vitamin B (mehrere), Kalium, Kalzium, Jod, usw. heraus. In meinem Fall tatsächlich nicht nur eine leichte Unterversorgung, was noch im Rahmen liegen würde und der Körper irgendwie selbst beheben könnte. Die Werte waren teilweise wohl so niedrig, dass sich das testende Labor genötigt sah, meinem Heilpraktiker diverse „Eilt“-Faxe zu schicken. Zugegeben – nicht gerade beruhigend.

Ich habe mir erklären lassen, dass viele Angaben des täglichen Mindestbedarfes gerade einmal so hoch sind, um keine schwerwiegenderen Krankheiten davonzutragen. Und noch nicht einmal das schaffte ich, durch tägliche Nahrung aufzunehmen. Schon irgendwie erschreckend, aber zugleich auch wieder nicht. Denn wenn man jetzt wieder innehält und nachdenkt, schafft es wohl kaum jemand, sich in Zeiten von industrieller Massenfertigung fast aller Produkte gesund und mit ausreichender Nährstoffzufuhr zu versorgen.

Ich ließ mir also ein Konzept erstellen, auch mit vorübergehender Einnahme an Nahrungsergänzungsmitteln, um den Körper wieder auf einen „normalen“ Status zu bringen. Dabei ist es gar nicht so einfach, Präparate zu finden, die frei von Farbstoffen oder anderen fragwürdigen Substanzen sind und natürlich/biologisch hergestellt wurden.

An dieses Konzept halte ich mich nun seit mehreren Wochen. Beinhaltet neben dem Aufbau der Darmflora auch die Reduzierung von Zucker sowie weitgehender Verzicht auf industriell hergestellte Produkte. Das ist mit einem erhöhten Zeit- und Kostenaufwand verbunden, aber ich fühle mich seitdem, abgesehen von einer kurzen Erstverschlimmerung, täglich besser. Gerne würde ich noch tiefer ins Detail gehen, was den genauen Ablauf der Darmsanierung angeht, das würde allerdings den Rahmen dieses Artikels sprengen.

Mein Fazit

Ich beantworte die Frage der Sinnhaftigkeit einer Darmsanierung mit „Ja“. Viele Krankheiten lassen sich durch einen gesunden Darm verhindern oder zumindest verbessern. Klar ist aber auch, dass ihr solche Maßnahmen immer eurer individuellen Situation anpassen und niemals nur auf Verdacht oder „Angstmacherei“ irgendwelche Mittel schlucken solltet.

Ich habe mich in professionelle Hände begeben. Bin aber auch der Meinung, dass man viele Kleinigkeiten, um dem Darm etwas Gutes zu tun, selbst durchführen kann. In meiner Auflistung interessanter Links findet ihr noch weiterführende Informationen. Auch hier gibt es zahlreiche Infos und gut geschriebene Blogs, die sich rund um das Thema Gesundheit drehen. Manchmal sind die Vielzahl an Informationen und Möglichkeiten schlichtweg erschlagend.

Mein Tipp hierzu: Sucht euch einfach etwas aus, mit dem ihr euch wohlfühlen. Es muss nicht immer gleich eine komplette Veränderung sein. Es kann schon damit beginnen, bewusst weniger Zucker zu konsumieren oder die Mittagspause anstatt für einen Kaffee lieber für einen 20-minütigen Spaziergang zu nutzen. Wichtig hierbei ist, es einfach mal auszuprobieren. Wenn ihr dann etwas gefunden habt, lässt sich immer noch eine weitere Sache hinzufügen, um Schritt für Schritt wieder zu einem Wohlgefühl zu kommen. Zu viele von uns befinden sich in dem Stadium, einfach zu funktionieren. Die Wenigstens können behaupten, sich richtig gut zu fühlen. Und das schreibe ich nicht nur aus reiner Spekulation, sondern auch Job-bedingt. Ich komme viel rum, treffe täglich die unterschiedlichsten Menschen. Leider sind mir tatsächlich in den letzen Monaten nur drei Menschen begegnet, die behaupteten, sich wirklich super zu fühlen. Das ist erschreckend! Denn im Grunde sollte es der normale Zustand sein, sich im Leben gut zu fühlen.

Ich hoffe, mit dem Artikel etwas zum Nachdenken anregen und dem ein oder anderen vielleicht sogar zu neuen Ideen inspirieren zu können.

 

Zentrum der Gesundheit – viele interessante Infos rund um Gesundheitsthemen

Buch: Borreliose natürlich heilen

Projekt: Gesund leben (inspirierender Blog zum Thema Ernährung und Entspannung)

Eat, Train, Love (Blog zum Thema Ernährung und allem, was dazu gehört)

Ein Gedanke zu “Borreliose Teil 3 – Darmsanierung: Sinn oder Unsinn?”

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*