Borreliose Teil 1 – Kleine Tiere, große Probleme

Gesundheit ist das wichtigste Gut und wird meist erst beachtet, wenn sie abhandengekommen ist. Selbst derjenige, der sich vermeintlich gesund verhält (und dazu zählte ich mich bis vor kurzem auch) muss mitunter feststellen, dass unzureichendes Wissen zu Fehlverhalten führt. Was auch der Satz „Wissen ist Macht“ absolut bestätigt. Denn nur wer tatsächlich bereit ist, sich mit seinem Körper und den äußeren Umständen auseinanderzusetzen, zu recherchieren und konsequent zu sein, wird sich dauerhaft etwas Gutes tun.

Die Diagnose einer Krankheit ist, nach langem Suchen, eine Erleichterung, meistens aber wie ein Schlag in die Magengrube. Schlimme Diagnosen, wie Krebs oder schwer, bzw. gar nicht heilbare Krankheiten lassen die meisten Menschen in ein tiefes Loch fallen und natürlich nach jedem Strohhalm greifen.

Ich möchte mit diesem Beitrag von meinen Erfahrungen berichten, die keinesfalls den Stein des Weisen darstellen. Aber vielleicht helfen sie dem ein oder anderen soweit, neue Erkenntnisse zu erlangen oder sich sogar etwas besser zu fühlen.

Es ist Sommer, endlich warm und der Körper sehnt sich nach einem langen (bei uns auch noch schneereichen) Winter endlich nach ein paar Sonnenstrahlen. Die Ziegen wollen raus und das frische Gras genießen. Was also gibt es beruhigenderes, als den Tieren beim grasen und wiederkäuen zuzuschauen? Natürlich liegt man dabei auf der Wiese. Doch man muss nicht auf der Wiese liegen, um in Kontakt mit den kleinen Tierchen – den Zecken – zu kommen. Ob Tierbesitzer, Waldläufer oder einfach nur Spaziergänger im Park, die Gefahr lauert mittlerweile fast überall. Als Kind bin ich sozusagen im Wald aufgewachsen und die Gefahr von Krankheiten, welche durch Zecken übertragen werden können, war mir bewusst.

Doch so etwas trifft auf mich nicht zu!

Nicht, wo ich akribisch jeden Abend den Körper nach Zecken absuche. Somit ignorierte ich die kleine rote Stelle an meinem Bein und tat es als Mückenstich ab – Pillepalle!

Eine Woche später, der langersehnte Wanderurlaub war gekommen. War bitter nötig und so freute ich mich auf schöne Bergtouren. Doch Moment. Was war los? Wieso viel es mir so verdammt schwer Schritt zu halten? Wieso fühlte ich mich so unendlich müde, obwohl ich doch an der frischen Luft war? Und wieso zur Hölle war aus diesem kleinen Mückenstich plötzlich ein großer Kreis geworden?

Ich schwor nach der Heimkehr zum Arzt zu gehen. Das tat ich auch. Zumindest kam ich bis zum Wartezimmer und nachdem mir mitgeteilt wurde, mit mindestens zwei Stunden Wartezeit rechnen zu müssen, verließ ich die Praxis unvollrichteter Dinge. Der Kreis wurde auch wieder kleiner, also warum hätte ich noch zum Arzt gehen sollen?

Weitere zwei Wochen später fragte ich mich, ob der Schwindel, den ich auf das schwankende Wetter schob, endlich mal wieder aufhören würde. Als sich eines Abends dann vor Schwindel und Übelkeit doch langsam ein Gefühl der Angst einstellte, nahm ich die Wartezeit auf mich und ging zum Arzt. Die Diagnose zunächst ein Schock. Borreliose. Die Wanderröte am Bein deutete darauf hin und auch wenn ich die leise Befürchtung im Hinterkopf hatte, habe ich es zu lange ignoriert. Grundsätzlich bin ich kein Freund von Tabletten, ließ mich aber im ersten Moment des Schrecks auf eine dreiwöchige Antibiotikatherapie ein.

Nach zahlreichen Stunden vorm PC ging es mir schlechter als je zuvor. Die Psyche spielt bei der Genesung eine sehr große Rolle. Doch nach all den Leidensgeschichten, Spätfolgen und Berichten über nur bedingt wirksame Antibiotikatherapien war mir hundeelend zumute und von Selbstmotivation keine Spur.

Lest im nächsten Artikel wie es weitergeht, was ich noch getan habe und wie ich mich jetzt fühle.

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