Ein Stück Heimat – Schwämmbrüh

Aus gegebenen Anlass – nämlich der Eröffnung der Pilzsaison – heute nun ein Rezept meiner Heimat, welches ich schon zu Kindheitstagen sehr gerne gegessen habe. Schwämmbrüh, frei übersetzt Pilzsuppe oder Pilzeintopf. Ich habe es etwas abgewandelt, da das Originalrezept den Einsatz von Kochfleisch für die Brühe vorsieht. Allerdings schmeckt es vegetarisch oder sogar vegan genauso lecker und kein Lebewesen kommt zu Schaden.

Zunächst benötigt ihr die Basis, nämlich die Brühe

3 Liter Wasser

4 Möhren

1 Stange Lauch

¼ Sellerie

1 Bund Petersilie

Das Wasser erhitzen und die kleingeschnittenen Zutaten zugeben. Vom Bund Petersilie nur die Hälfte, da wir diese am Schluss noch brauchen. Das Ganze solltet ihr ca. 1,5h – 2h köcheln lassen, bis die Zutaten weich sind und das Wasser den Geschmack angenommen hat. Da wir für dieses Rezept nur eine klare Gemüsebrühe benötigen, siebt ihr die festen Bestandteile dann wieder aus.

Nun die Pilze und den Rest

Ca. 1 kg Pilze (Steinpilze, Maronen, Pfifferlinge, Birkenpilze, Perlpilze, etc.)

Pfeffer

Salz

Rosmarin

Thymian

1-3 Eier (oder auch keins)

 

Allein das Suchen der Pilze ist für mich schon Entspannung pur. Durch den Wald laufen, auf jeden Schritt achten, die Freude beim Entdecken. Oftmals gleichen die Standorte tollen Fotomotiven. Pilze im grünen Moos auf die die Sonne gerade scheint – herrlich.

Nachdem ihr nun also die Pilze gefunden, geputzt und geschnitten habt, kommen sie in eure Brühe. 20-30 Minuten köcheln sie mit, um am Schluss von euch gewürzt zu werden. Pfeffer, Salz, Rosmarin und Thymian je nach Belieben dazugeben. Ebenfalls den restlichen Bund Petersilie, natürlich klein gehackt sowie ein bis drei Eier. Die Eier könnt ihr allerdings auch weglassen. Sie geben der Brühe nochmal eine dickere Konsistenz und auch etwas Geschmack bei geschmackloseren Pilzen. Ich habe aber die Erfahrung gemacht, dass Steinpilze, Maronen und Pfifferlinge so kräftig sind, dass es keiner Eier mehr bedarf. Wenn euch die Suppe zu flüssig ist, einfach das Wasser noch einkochen lassen. Generell lässt sich das Rezept mit vielen Pilzsorten umsetzen, die oben genannten sind allerdings unsere Favoriten. Der Richtigkeit halber möchte ich hier auch erwähnen, dass viele Pilzsorten noch mit Schadstoffen belastet sind und das Dank Tschernobyl wohl auch noch lange so sein wird. Ich habe es tatsächlich noch nicht ausprobiert, aber Champignons oder andere Zuchtpilze sollen auch ganz gut schmecken. Ich esse gerne Pilze, gönne mir selbstgesuchte allerdings nur ein bis zweimal im Jahr aufgrund der erwähnten Belastungen.

Vor längerer Zeit stieß ich bereits auf Chido’s Mushrooms, wo ihr ganz einfach eure eigenen Pilze in einem kleinen Karton züchten könnt. Macht total Spaß, funktioniert und es steckt eine nachhaltige Idee dahinter.

Ihr könnt die Schwämmbrüh pur oder mit Kartoffelbrei essen. In jedem Fall eine leckere Mahlzeit für alle Pilzliebhaber.

Guten Appetit!

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